Sonntag, März 12, 2006

Tag 5

Da unsere Tallinn Card nur noch wenige Stunden gültig war, haben wir noch einige Museen und Sehenswürdigkeiten abgeklappert. Unser erstes Ziel war der Tallinner Fernsehturm, Teletorn genannt. Im Eingangsbereich gab es die typischen sozialistischen Fensterbilder. Mit dem Aufzug ging es dann hinauf in die 21. Etage. Der Ausblick war trotz guten Wetters eher bescheiden, denn die Tallinner Altstadt war doch reichlich weit weg.

Wieder in der Stadt sind wir ins Stadtmuseum gegangen. Es war interessant zu sehen, wie groß eigentlich der deutsche Einfluss war. Früher schrieb man Estland - wie in Deutschland - auch mit Frakturbuchstaben.

Das nächste Museum war das Tallinna Tehnika- ja Teaduskeskus (entspricht ungefähr dem »Spektrum«), bei dem mit vielen lustigen Experimenten physikalischen Phänomenen auf die Spur gehen konnte. Absolutes Highlight waren die Mikrofone, mit denen die Stimmen entweder tiefer oder höher wurden.

Weiter ging's dann ins Naturkundemuseum, dass viel kleiner ist als das unsrige. Der Stolz des Museums war der längste, jemals in der Ostsee gefangene Fisch.

Nachmittags haben wir dann noch die französische und deutsche Botschaft von außen besichtigt:


Abends waren wir dann traditionell estnisch Essen. Das Essen war auch lecker, aber die Bedienung bestach durch Unfreundlichkeit, Vergesslichkeit und Langsamkeit. Den dezenten Hinweis in der Karte, dass man doch, wenn man mit dem Essen und dem Service zufrieden ist, diskret 10 % Trinkgeld geben soll, sind wir dann nicht nachgekommen. Statt der 66 Kronen Trinkgeld gab's aber nur 20 (was bei dem Service immernoch zu viel war). Auf dem Weg zurück haben sich Jeannine und ich uns in sauberen, unberührten Schnee fallen lassen und Schneeengel gemacht. Thomas hat mit Jeannines Fotoapparat geschossen. Bilder folgen später.

gepostet von julius um 16:18 Uhr | 0 Kommentar(e)

eingescheckt

So, wir sind jetzt schon eingescheckt und haben unser Gepäck aufgegeben. Der Wasserkocher veranlasste die Sicherheitsleute auch, mich auszurufen. Aber es hat sich alles geklärt.

Den gestrigen Tag blogge ich später.

gepostet von julius um 07:28 Uhr | 0 Kommentar(e)

Samstag, März 11, 2006

Tag 4

Wie schon angekündigt haben wir uns die höher gelegene Altstadt vorgenommen. Nach dem Restaurant-Erlebnis (als wir durch die halbe Stadt gelaufen sind und das Restaurant dann sogar geschlossen hatte) wussten wir, dass wir nicht die Trolleybusse stadteinwärts nehmen mussten. Wir haben uns dann einfach in den erstbesten gesetzt und haben so einen kleinen Abstecher in die südwestliche Vorstadt gemacht (Siili). Vorteil war, das von dort eine Linie zu unserem eigentlichen Reiseziel fuhr. Außerdem waren die Zigaretten dort preiswerter, sodass Jeannine gleich ne ganze Stange gekauft hat. Da die Verkäuferin nicht ganz des Englischen mächtig war, half uns ein junger Este aus der Patsche und machte ihr klar, was wir wollten. Hier ein paar Bilder gängiger Trolleybusse:


Wir sind jedenfalls am Hauptbahnhof ausgestiegen, der relativ winzig war und keinen Zeitungskiosk mit internationaler Presse aufwies. Naja. Sind dann die Uppertown hoch und genossen von dort einen schönen Ausblick über Tallinn und den finnischen Meerbusen.


Oben steht auch das estnische Parlament. Gegenüber steht – über die Stadt thronend – die russisch-orthodoxe Alexander-Nevski-Kathedrale.

Heute geht's in Richtung Fernsehturm und Stadtmuseum.

gepostet von julius um 13:07 Uhr | 2 Kommentar(e)

Freitag, März 10, 2006

Tag 3

Am gestrigen Tag hat es uns nach Pirita verschlagen. Mit dem Škoda-Trolleybus made in Czechoslovakia (links eine Innenaufnahme, Außenbilder kommen noch) ging es wie immer bis zum Viru-Hotel (ganz in der Nähe befindet sich auch der McDonald's, wo wir täglich bei einer Tasse Tee dieses Blog hier schreiben), dann weiter mit einem normalen Bus. Und wer hätte es gedacht, die 8 existiert. Allerdings wurde der nördliche Abschnitt, den wir am Vortag hätten gebrauchen können, gestrichen. Nun zu Pirita. Pirita ist der östliche Stadtteil, in dem das olympische Dorf steht. Pirita, so heißt auch der örtliche Fluss, der zugefroren war. Einige haben diese Möglichkeit genutzt um eiszuangeln. Auch Jeannine wagt den Schritt auf die zugeschneite Eisdecke.



Von Pirita aus haben wir auch einen schönen Blick auf die Tallinner Innenstadt gehabt.



Nachdem wir den steilen Weg vom unteren zum oberen Teil des Gesangfeststadions (Laululava auf Estnisch) zurückgelegt hatten, gingen wir weiter zum Sitz des estnischen Präsidenten.

Unsere letzen beiden Stationen auf dem etwa 7,5 Kilometer langen Spaziergang waren das Denkmal, zu dem die russischen Bräute pilgern und der Park mit dem zur Zeit trocken gelegten Schwanenteich (weißer Pavillon steht in der Mitte), in dessen Nähe reihenweise Kinder Enten fütterten. Wir glauben zwar, in der Zeitung irgendwas von Vogelgrippe gelesen zu haben, aber die Menschen scheinen hier einen geringeren Hang zur Panik zu haben.


Wir haben dann die Straßenbahn (die gute alte Tatra) wieder zurück in die Stadt genommen und haben uns im Magic Buffee (eine Art Mövenpick-Marché) den Bauch voll geschlagen. Später gab's noch eine deutsch beschriftete, aber hier gekaufte Maggi-5-Minuten-Terrine.

Heute geht's in die westliche höher gelegene Altstadt (»Uppertown«).

gepostet von julius um 12:56 Uhr | 1 Kommentar(e)

Donnerstag, März 09, 2006

Tag 2

Wie schon angekündigt haben wir gestern die grooße Stadtrundfahrt gemacht. Es war ganz gemütlich in dem Kleinbus, in dem nur die Stadtführerin, der Fahrer und wir saßen. Die Tour ging los vom Viruhotel, vorbei an den Gebäuden des estnischen Rundfunks (die als solche hätten nicht identifiziert werden können) in Richtung östliche Vorstadt. Dort gab's den Sitz des estnischen Präsidenten und das gigantische Stadion, indem regelmäßig - das nächste Mal 2009 - das große Gesangsfest (ganz Estland strömt dann herbei) stattfindet. Dies ist auch die so gut wie das einzige Foto von der Stadtrundfahrt, da es sonst viel zu viel schneite. Weiter ging es an den Tallinner Strand Pirita. Dort steht auch das Olympiazentrum der Olympischen Spiele von Moskau (sehr hässlich). Auf dem Weg zurück in die Stadt kamen wir am »Russalka Monument« vorbei. Hier gehen die russische Bräute traditionell nach der Hochzeit hin. Zurück im Zentrum fuhren wir in die höher gelegene Altstadt, die einst fest in Hand der Oberschicht war. Sie verkleideten ihre Häuser mit Holz, das bei jeder Gelegenheit Feuer fing. Die Kirche, die sich dort oben befindet, hat sogar einen neuen, gut anderhalb Meter höheren Eingang bekommen, denn der Schutt der abgebrannten Häuser wurde nicht entfernt, sondern es wurde einfach auf ihn gebaut. In der Kirche selbst befinden sich viele Holzwappen, die vor dem Trauerzug getragen wurden. Obwohl die ganzen Wände damit zugehangen sind, ist dies nur eine Auswahl. Ein Stück weiter war die russisch-orthodoxe Alexander-Nevski-Kathedrale, in der es - ich weiß ja nicht warum - keine Bänke gab.
Dann ging es zur über eine halsbrecherische Treppe, die es früher nur als Schräge gab und als - wie die Stadtführerin meinte - schneller Abstieg zur Altstadt diente.

Abends wollten wir in einem Restaurant in der Upper Town essen gehen. Wenn nicht gleich der Trolleybus (Oberleitungsbus) stadteinwärts gekommen wäre, hätten wir einen Blick auf den Busplan werfen können und hätten festgestellt, dass der Trolleybus in die andere Richtung kürzer gewesen wäre. So sind wir jedenfalls bis zur Innenstadt gefahren und haben dann - weil es den im Busplan angekündigten Bus Numero 8 nicht gab - den ganzen Weg bergauf gelaufen. Natürlich nicht geradlinig. Oben angekommen, hatte - wen wundert's - das Restaurant geschlossen. Na juhu! Den Weg wieder runter haben wir jedenfalls ein einladendes Restaurant gefunden und kehrten gesättigt nach Hause.

Und noch ein kurzer Themenwechsel: Mama, nehmt ihr bitte am Samstag »The Simpsons« und sonntags »Keine Gnade für Dad« und »W&G« auf? Danke.

gepostet von julius um 11:57 Uhr | 3 Kommentar(e)

Mittwoch, März 08, 2006

Tag 1

Nach der Landung haben wir uns auf den Weg in die Innenstadt gemacht. Wir haben den nicht vertrauenswürdig aussehenden Überlandbus gemieden und haben stattdessen ein Taxi (das im Endeffekt 140 EEK gekostet hat) genommen. Der erste Eindruck: im Außenrandbereich sind die Häuser - viele im sozialistischen Stil (zumindest was ich mir so drunter vorstelle) - teilweise sehr verfallen. Jeannine meinte, es sei schlimmer als in Tschechien. Die Armut ist hier sichtbarer. Thomas blieb gedanklich noch am Rimi-Laden kurz hinter dem Flughafen hängen, da er dort Sørlands-Chips vermutet. Vor unserem Hotel angekommen stiegen wir natürlich aus dem Taxi und sahen besorgt, dass ein Oberleitungsbus nahte.

Im Hotel angekommen bezogen wir unser Zimmer, von dem wir positiv überrascht sind. Links vom Bild ist sind noch zwei weitere Betten (das abgebildete Bett ist Thomas').

Dann machten wir uns zu einem ziellosen Rundgang durch die Tallinner Innenstadt auf. Ein paar kleine Impressionen. Wenn ihr mit der Maus rauffahrt, müsste eine kurze Erklärung erscheinen.








Abends waren wir dann noch bei einem Italiener am Rathausplatz (Karli Kelder, vermutlich der Keller vom angebotsgleichen Karli Friedrich). Meine Hühnchenfilets mit Gemüsekuchen (von denen ich hätte eigentlich ein Foto machen müssen) war sehr lecker. Jeannine hatte Pasta mit goat cheese, das, wie wir später herausgefunden haben und es uns danach logisch erschien, Ziegenkäse war. Das war jedenfalls nicht so der Hit.

Später haben wir dann noch etliche Runden Uno gespielt.

Heute kaufen wir uns die Tallinnkarte und machen die groooße Stadtrundfahrt. Dann haben wir einen Überblick über die Stadt und werden uns dann gezielt Dinge anschauen können.

Ich werde mir erst morgen wieder ein Internetticket von Elisa (lokaler Mobilfunktelefonanbieter) besorgen und dementsprechend erst wieder morgen schreiben.

gepostet von julius um 08:33 Uhr | 4 Kommentar(e)

Dienstag, März 07, 2006

wir sind da

Wir sind in Tallinn gelandet und haben uns jetzt - über das Handy - einen WLAN-Zugang für 24 Stunden besorgt. Für nur 10 EEK (0,66 €).
Flug war toll. Hier ist es kühl und es schneit leicht.

gepostet von julius um 09:24 Uhr | 1 Kommentar(e)

gleich geht's los

Seit einer halbe Stunde sind wir schon wach und in etwas mehr als in einer halben Stunde geht's los gen Schönefeld. Da es am Flughafen offenes WLAN geben soll, werde ich da unsere Ankunft verkünden. Außer natürlich, wir werden ein Fall für die Tagesschau.

gepostet von julius um 03:26 Uhr | 2 Kommentar(e)

Sonntag, März 05, 2006

2-mal werden wir noch wach,

heißa, dann ist Wir-fahren-nach-Tallinn-Tag. Apropos »heißa«. Ein Blick in den Duden verrät mir, dass neben der von mir schon gedachten Variante auch »heisa« geschrieben werden darf. Das wiederum darf dann wahlweise mit stimmlosen (»heißa«) oder stimmhaften (»heiser«) S gesprochen werden. Da soll noch einer sagen, man lerne beim Bloggen (und Bloglesen) nichts bezüglich Orthografie.

Themenwechsel: Morgen ist also der Wir-fahren-morgen-nach-Tallinn-Tag und es gibt noch vieles zu tun! Zum Beispiel:
++ Mein Ausweis muss noch kopiert werden.
++ Auf dem Laptop müssen noch die Voraussetzungen geschaffen werden, um Fotos hochladen zu können.
++ Meine alten Pantoffeln müssen - und das schon seit einem halben Jahr, aber man tut ja doch alles auf den letzten Drücker - durch neue ersetzt werden.
++ Mein Rasierer gehört noch in den Koffer.
++ Den Wasserkocher - er wird mit 5 Paar frisch gewaschenen Socken gefüllt - darf ich auf keinen Fall vergessen.
++ Die Akkus für die Digitalkamera wollen eingepackt werden.
++ Meine Mitfahrerin - die noch nicht gepackt hat (und ich habe bereits am Donnerstag testgepackt) - braucht noch ne Tasche (entweder meine Crumpler- oder Berlinale-Tasche)
++ Etwas Essbares muss auch noch eingepackt werden.
++ Der letzte Akt wird es sein, alle Wecker auf 04:00 Uhr zu stellen.

gepostet von julius um 21:26 Uhr | 2 Kommentar(e)

Samstag, März 04, 2006

die Blogsoftware lügt

Ich habe gerade entdeckt, dass die Blogsoftware lügt: Zwar habe ich »money money money« gestern als Entwurf gespeichert, ihn aber erst heute am späten Vormittag gepostet, als ich nämlich ein Foto der estnischen Geldscheine machen konnte.

gepostet von julius um 15:59 Uhr | 3 Kommentar(e)

Freitag, März 03, 2006

money money money

Um die Bild-Funktionen auszuprobieren gibt's hier ein Foto, wie einige der estnischen Geldscheine aussehen. Sehen eigentlich ganz hübsch aus.

Aber auch sie werden bald Brücken und Fenstern weichen: Das Ende der estnische Krone (Kroon) ist besiegelt. Es ist nur noch eine Frage der Zeit. Der Grund: Alle 2004 beigetretenen EU-Länder und Schweden sind vertraglich verpflichtet, den Euro einzuführen (was die schwedische Abstimmung über den Euro in gewisser Weise ad absurdum führt). Estland könnte bereits 2007 mit von der Partie sein.

Wie dann die nationale Seite der Euro-Münzen aussehen sollen, steht auch schon fest. Die Estnische Zentralbank (Eesti Pank) hat zehn Entwürfe präsentiert und das Volk hat gewählt: Zu meinem völligen Unverständnis haben von den 45.453 Anrufern fast 27,5 % für Entwurf Numero 4 gestimmt. Zugegeben, es ist nicht der mit Abstand hässlichste Entwurf (Nr. 5 erinnert mich Tatoos aus der Bravo), aber bei weitem nicht so toll wie zum Beispiel Nr. 1.

gepostet von julius um 20:29 Uhr | 1 Kommentar(e)

testgepackt

Juhu - beim gestrigen Testpacken hat alles mühelos in den Koffer gepasst. Sogar Mieze könnte mitkommen. Das ist auch deshalb positiv, weil ich dann nicht die zu tragende Tasche mitnehmen muss, sondern - faul wie ich bin - den kleiner als die Tasche seienden Rollkoffer hinter mir herziehen kann. Ich habe jedoch schon eine böse Vorahnung: Kopfsteinpflaster so weit das Auge reicht.

gepostet von julius um 08:36 Uhr | 0 Kommentar(e)

Donnerstag, März 02, 2006

SMS&fly

Auf der Internetseite der Berliner Flughäfen gibt es einen kostenlosen Service: SMS&fly - Automatisch alle Flugplaninformationen (also sowas wie »Die Schalter öffnen in 30 Minuten«, »Die Schalter sind geöffnet« und »Die Schalter schließen in 30 Minuten«), bequem per SMS auf das Mobilfunktelefon.

Einfach die eigene Mobilfunktelefonnummer und folgende Eckdaten eingeben:
  • Hinflug
    Flugnummer: EZY4605
    Flugbewegung: Abflug
    Flughafen: Berlin Schönefeld
    Datum: 07.03.2006
  • Rückflug
    Flugnummer: EZY4606
    Flugbewegung: Ankunft
    Flughafen: Berlin Schönefeld
    Datum: 12.03.2006

gepostet von julius um 22:00 Uhr | 0 Kommentar(e)

nicht mittendrin, aber fast live dabei

Tere miteinander,

schön, dass ihr den Weg zu diesem Blog über unsere Reise nach Tallinn gefunden habt. Es sind zwar noch einige Tage, bis wir uns zur nördlichsten der drei Baltenrepubliken aufmachen, aber die Technik will ja schon vorher ausprobiert sein.

Worum soll es hier genau gehen? Nun. Wenn wir es schaffen (toi, toi, toi), in Tallinn ins Internet zu kommen, dann könnt ihr hier mitlesen, was wir besucht, beschaut, bestaunt und erklommen haben. Und natürlich erfahrt ihr, wie kalt es in Wirklichkeit ist.

Doch mitlesen ist nicht alles. Ihr könnt jeden Eintrag kommentieren (auch mit völlig anderen Themen). Und wenn der Internetzugang mehr als nur der Ein-Computer-Internetraum des Hotels ist, dann werden wir auch schon erste Fotos online stellen können.

Also lasst euch überraschen und bis hoffentlich bald an dieser Stelle.

gepostet von julius um 21:43 Uhr | 0 Kommentar(e)

 
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